Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


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"Geheimcodes" in der Frühen Neuzeit

Vortragsreihe des IKFN im Sommersemester 2012

zum Plakat der Reihe

Montag, 4. Juni 2012
Verschlüsselung, Verbildlichung und Hörergebnis:
Rätselkanons in der Frühen Neuzeit

Dr. Katelijne Schiltz, Ludwig-Maximilins-Universität München

Ähnlich wie literarische Rätsel spielt das musikalische Rätsel mit Ambiguität: Nichts ist so, wie es scheint, und die Notation hat stets mehr als eine Bedeutung. Transformation ist dabei eine Grundvoraussetzung. Denn das Geschriebene lässt sich nicht ohne Weiteres performativ umsetzen, sondern es muss immer einer Veränderung unterzogen werden, auf die der Komponist mittels einer kodierten (oft der Bibel oder antiken Texten entnommenen) Überschrift und/oder durch ikonographisches Material hinweist. Mal wird der Aufführende dazu aufgefordert, die Melodie rückwärts oder gespiegelt zu singen, mal soll er die Notenwerte und/oder deren Reihenfolge ändern; dann wieder gilt es, bestimmte Noten aufgrund ihrer Tonhöhe, Farbe oder Form wegzulassen, auszuwählen, zu substituieren oder gar gänzlich neu hinzuzufügen – und in vielen Fällen wird die notierte Musik dadurch komplett unkenntlich gemacht.

In ihrem Vortrag wird Frau Schiltz die kulturhistorischen, kompositorischen, notationstechnischen, performativen und auditiven Aspekte der frühneuzeitlichen musikalischen Rätselkultur beleuchten und sich somit auf ein Zeitalter konzentrieren, das einige der raffiniertesten und anspruchsvollsten Rätsel hervorgebracht hat.

Beginn: 18.15 Uhr
Ort: Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück, Alte Münze 16/Kamp

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Dienstag, 19. Juni 2012
Die Frühe Neuzeit als Zeitalter des Geheimnisses
Dr. Daniel Jütte, Harvard University 

Die Frühe Neuzeit war das Zeitalter des Geheimnisses. Selten zuvor und niemals danach hat es in der europäischen Geschichte eine solch ausgeprägte Faszination für Geheimnisse und Geheimhaltung aller Art gegeben. Der Vortrag wird dieses Phänomen beleuchten und nach den Ursachen der frühneuzeitlichen Faszination für Geheimnisse fragen. Dabei gilt es, dem weiten Geheimnisbegriff der damaligen Zeit Rechnung zu tragen und Geheimnisse aller Art zu untersuchen, seien sie naturwissenschaftlicher, alchemischer, magischer, militärischer oder politischer Natur. Fallbeispiele sollen veranschaulichen, auf welche Weise Geheimnisse damals Tag für Tag gehandelt, getauscht, ausgestellt und aufgeschrieben wurden.

Beginn: 16.15 Uhr
Ort: Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück, Alte Münze 16/Kamp

 

Mittwoch, 18. Juli 2012
Die Suche nach den Geheimnissen der Natur am Hof von Sulzbach
Prof. Dr. Rosmarie Zeller, Universität Basel

Der in der Oberpfalz gelegene Hof von Sulzbach war in den siebziger und achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts ein Ort, an dem große Projekte auf den Weg gebracht wurden, die alle der Erforschung der Geheimnisse der Natur dienen sollten, wobei diese Geheimnisse als Ausfluss des wunderbaren Wirkens Gottes aufgefasst wurden. Man betrieb mit Eifer Studien der Kabbala und der Alchemie. Christian Knorr von Rosenroth zum Beispiel übersetzte und bearbeitete die aus dem Ende des 16. Jahrhunderts stammende Magia naturalis des Giambattista della Porta, Thomas Browns Pseudodoxia epidemia sowie die auf paracelsistischen Grundlagen beruhende Artzneykunst von Johan Baptist van Helmont.

Beginn: 18.15 Uhr
Ort: Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück, Alte Münze 16/Kamp